8 einfache Ideen gegen Ärger und Überreizung bei Kindern

8 einfache Tipps gegen Aerger und Ueberreizung bei hochsensiblen Kindern

Nachmittags ist Max, unser hochsensibler Sohn, schnell überreizt und ärgerlich. Besonders unter der Woche, wenn der Kindergarten mit all den lauten Geräuschen, vielen Kindern und jeder Menge Input hinter ihm liegt, kann am Nachmittag jeder noch so kleine Reiz die Stimmung gewaltig zum Kippen bringen. Das ist wohl ein Teil seiner „Superkraft“, der Hochsensibilität. Es kommt sogar vor, dass er so überreizt ist, dass er sich nicht mal ansatzweise selbst regulieren kann. Er hört nicht mehr zu, wird laut und dreht völlig auf, obwohl er im Grunde das Gegenteil bräuchte. Das erkennt er mit seinen vier Jahren noch nicht. Eine ordentliche Portion Entspannung und Ruhe würden ihm in solchen Situationen gut tun, aber auf meine Versuche ihn zu beruhigen reagiert er bisher nur sehr selten.

Um Max zu unterstützen den hinter ihm liegenden Tag zu verarbeiten, Wut und Ärger loszulassen und seinen Geist etwas zu beruhigen, habe ich mir acht einfache Tipps und
DIY-Ideen überlegt, die vielleicht auch euren Kindern helfen können Überreizung und Ärger abzubauen:

Sorgenfresser sind DIE Möglichkeit für Kinder ihre Sorgen ganz spielerisch zu thematisieren. Der Sorgenfresser ist ein kleines Plüschtier, dessen Mund ein Reißverschluss ist. Er „frisst“ die Sorgen in Form von kleinen Zettelchen oder Gegenständen und hält, wenn der Reißverschluss geschlossen ist seinen Mund. Für Kinder, die bereits etwas reflektieren können, finde ich diese Idee einfach großartig. Sie werden animiert darüber nachzudenken, was überhaupt zu ihrer Wut, ihrem Ärger oder ihrer Laune geführt hat. Der Sorgenfresser wird so zum kleinen Gefährten, dem man Gedanken und Gefühle anvertrauen kann.

 

Calm down jar für Kinder

Das Calm Down Jar habe ich auf Pinterest entdeckt. Im Prinzip eine selbst gemachte Schneekugel mit vieeel Glitzer. Wenn Max mal wieder ganz wild drauf ist und es nicht schafft sich zu beruhigen, kommt Muddi immer mit dem Calm Down Jar angelaufen 😉 Er schüttelt, schaut dann in das Glas, in dem jede Menge Glitzer und Sternchen umherwirbeln und ist danach oft deutlich ruhiger. Das Glas gefällt ihm so, dass er es sich nun in verschiedenen Farben wünscht. Wir werden, der kleinen Schwester wegen, allerdings auf Plastikflaschen ausweichen. Eine Anleitung findet ihr auf meinem Pinterest Board zum Thema „Hochsensible Kinder und Eltern“.


Auch kleine Notizbücher können eine gute Lösung sein, mit Überreizung und Ärger umzugehen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Es kann gemalt, gekritzelt und geschrieben werden. H1 hat ein solches Notizbuch, in dem er, je nach Laune, malt oder „schreibt“. In ein Buch zu malen oder zu schreiben ist eben etwas völlig anderes als auf einem Blatt Papier. Möglich wäre auch ein Büchlein selbst zum „Gefühlsbuch“ umzugestalten, wie eine Art Bullet Journal, unter anderem mit einer Skala, in dem das Kind ankreuzen kann, wie es sich gerade fühlt. Ein Beispiel für ein Bullet Journal für Kinder zeige ich euch hier in der kommenden Woche.
Diese Bildkarten dienen dazu Gefühle zu erkennen und einschätzen zu lernen. Wenn ich Max als verärgert wahrnehme, bitte ich ihn die Karte hervorzuheben, auf der er sich und seine Gefühle sieht. Das hilft ihm häufig sehr aus seiner Gedankenspirale herauszukommen und wir können uns dadurch häufig ganz gut über seine Gefühlslage unterhalten. An manchen Tagen sprudeln dann die Worte nur so aus ihm heraus, so dass wir beide nach dem Gespräch viel besser verstehen können, warum er sich fühlt, wie er sich fühlt.

 

Kennt ihr Zentangle? Ich liebe es selber, weil es mich in einen sehr entspannten Zustand versetzt. Sich hinsetzen und mit bunten Stiften ein Bild verzieren kann unheimlich ausgleichend sein und hilft aus dem Teufelskreis der eigenen Gedanken heraus.

 

Diese Kratzelbücher habe ich kürzlich bei einer Freundin entdeckt. Auf schwarzen Seiten kann mit dem beiliegenden Holzstift gekratzelt werden und es kommen ganz viele, bunte Farben zum Vorschein, ähnlich wie bei diesen Wachsmalbildern aus dem Kindergarten. Ich bin absolut begeistert davon, auch, weil diese Technik, das „Kratzeln“ hilft Aggressionen abzubauen. Die Blätter sind recht dick, man kann also auch mal fester kratzeln 😉

 

Dieser Klassiker darf in meiner Tipp-Liste natürlich nicht fehlen! Entspannungs-CDs oder auch Autogenes Training für Kinder funktioniert hier wunderbar, weil Max ohnehin sehr gerne Hörspiele hört. Er setzt seine Kopfhörer auf und ist raus aus der Welt, raus aus seinen Gefühlen. So kann er sich etwas fallen lassen, ohne, dass er mit mir darüber sprechen muss. Gerade an Tagen, an denen er nicht gerne über seine Erlebnisse sprechen möchte, ist eine Entspannungs-CD gold wert!

 

Wie geht ihr mit ärgerlichen, vielleicht auch überreizten Kindern um? Haben eure Kinder Bewältigungsstrategien gefunden mit Erlebnissen umzugehen?

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Mehr von mir? Allgemeine Tipps für den Umgang mit hochsensiblen Kindern findet ihr hier.

 

*Der Beitrag enthält Affiliate-Links

 

 

6 Replies to “8 einfache Ideen gegen Ärger und Überreizung bei Kindern”

  1. Hi Jil!
    Dein Post kommt zur genau richtigen Zeit! ich hatte auch schon nach dem Calm Down Jar gesucht, aber anscheinend die falschen Worte gesucht. Ich suche dich gleich mal bei Pinterest! Und die Karten finde ich genial!!! Das muss Gedankenübertragung gewesen sein (oder auch zwei Kinder in der ähnlichen Situation;) )
    Liebe Grüße
    Katja

    1. vonherzenundbunt sagt: Antworten

      Liebe Katja, haha, ja.. unsere Kids sind ja auch ähnlich alt, richtig? Dieses Glas ist echt toll! Ich schau da selber auch gerne rein.. Mamas brauchen ja auch mal ein bisschen Entspannung 😉 Ich freu mich, wenn dir der Beitrag weiterhilft! Berichte mal, was bei euch hilft. Liebe Grüße, Jil

  2. Da das monster erst drei ist und sich noch nicht so leicht aus seinen wutanfällen zurück holen lässt arbeiten wir noch mit der eieruhr.wenn nichts hilft wird sie auf 3minuten gestellt und er darf bis sie schellt so laut schrein wie er mag.sie kli.gelt und dann wird getröstet.
    Aber die ideen merke ich mir.vorallem das glass.

  3. Tolle Ideen und definitiv ist einiges „altersüberfreifend“. Die Glitzerflasche ist schon toll für Kleinkinder, wir haben jetzt so einen Zauberstab, den zu beobachten ist eine tolle, ruhige Aufgabe.

    Und von Gefühlskarten bin ich eh großer Fan, die finden wirklich von 0 – 99 Anklang. Die ganz Kleinen interessieren sich natürlich erst nur für die Bilder.

  4. Liebe Jil, Lili ist genau so, wie Du H1 beschreibst. Sie kann sich nicht selber regulieren und dreht immer weiter auf, obwohl sie genau das Gegenteil bräuchte. Oft mit schreien und weinen. Ich habe ein paar Dinge probiert (darüber reden, Vorschlag etwas zu spielen) aber das hat bisher noch nichts gebracht. Das mit den Bildkarten finde ich eine gute Idee und auch das Hörspiel. Danke für die Inspiration! Liebe Grüße!

  5. […] habe mich über ganz viel Resonanz zu meinem letzten Blogbeitrag „8 einfache Tipps gegen Überreizung und Ärger bei Kindern“ gefreut […]

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