Der schönste Kaiserschnitt der Welt

Der schönste Kaiserschnitt der Welt

Untitled_b

Endlich habe ich es geschafft den Geburtsbericht fertig zu schreiben. Da ich ja schon die Schwangerschaft mit euch geteilt habe, möchte ich euch das Erlebnis der Geburt natürlich nicht vorenthalten 😉 Here we go!

Der Abend vor der Geburt war schon total verrückt. Ich wusste, dass am nächsten Tag gegen 10 Uhr unsere Tochter durch einen geplanten (nicht gewünschten) Kaiserschnitt geboren würde. Der kleine Mann war sehr aufgeregt und zum Glück waren zur Ablenkung Oma und Opa zu Besuch. Das machte auch für mich das Loslassen etwas leichter, weil ich wusste, dass es meinem kleinen Herzjungen gut gehen würde.

Am nächsten Morgen fanden wir uns um 8.30 Uhr im Kreißsaal ein. Dort wurde ich dann für den Kaiserschnitt vorbereitet (hässliches Hemdchen, Antithromobose-Strümpfe, Zugang für Kochsalzlösung und Schmerzmittel). Auch mein Frauenarzt, der den Kaiserschnitt später durchführen würde, kam noch mal kurz vorbei um sich zu versichern, dass alles in Ordnung ist. Wir haben außerdem noch die Hebamme kennengelernt, die uns während der Geburt betreuen würde. Ich war ganz positiv gestimmt und alles fühlte sich gut und richtig an.

Kurze Zeit später wurde ich dann von der Hebamme und meinem Mann in den OP geschoben. Ein wirklich unbeschreibliches Gefühl von Aufregung, Ehrfürchtigkeit und freudiger Erwartung zog mit mir in den OP ein. Da ich den Ablauf der OP schon vom ersten Kaierschnitt kannte, war das Prozedere nicht mehr ganz so „neu“ und befremdlich. Angst hatte ich jedoch vor der Narkose. Daran erinnerte ich mich nämlich noch sehr genau und fand den Anästhesie-Teil des Kaiserschnitts schon beim ersten Kaiserschnit den wohl unangenehmsten. So sollte es auch dieses Mal sein. Nur, dass es nicht der wohl unangenehmste Teil, sondern der mit Abstand unangenehmste Teil des Kaiserschnittes wurde. Es hat ganze fünf Anläufe gebraucht, bis die Narkose saß. Fünf verdammt unangenehme Stiche.

Nach dem dritten Einstich habe ich total die Fassung verloren, ehrlich! Direkt vor mir stand ein OP-Helfer, der mir die ganze Zeit über die Schultern hielt. Wir sahen uns an und ich begann zu schluchzen. Weil ich meinen großen Sohn plötzlich unendlich vermisste. Weil ich Angst hatte, dass mir etwas passieren könnte. Weil ich mir das so nicht vorgestellt hatte. Weil ich mich mit einem mal so hilflos und einsam fühlte. Weil es einfach vorbei sein sollte. Weil ich die steigende Anspannung im Anästhesie-Team spürte. Weil ich total Angst vor einer Vollnarkose hatte.

Die fünfte Spritze hat dann glücklicherweise gewirkt. Ich war so erleichtert, dass ich gleich weiterheulte, dieses Mal vor Erleichterung. Leider wurde mir von der Narkose und der Aufregung Sekunden später ziemlich übel und mein Kreislauf sackte total ab. Das einzige, was mich in diesem Moment irgendwie dort behielt war die Ankunft meines Mannes im OP, den ich sehnsüchtig erwartete und natürlich die bevorstehende Geburt unserer Tochter.

Zum Glück ging dann alles ganz fix. Mein Mann kam dazu und wir konnten kurze Zeit später unsere kleine Tochter bewundern. Sie wurde auch nicht zu irgendeiner Untersuchung weggeschleift sondern durfte bei uns bleiben, so dass ich von der restlichen OP glücklicherweise sehr wenig mitbekam. In den folgenden Momenten zählten nur wir Drei. Es war einfach überwältigend schön diese ersten Minuten ihres Lebens mit ihr zu teilen. Diese magische Zeit der ersten Stunden mit unserem zweiten Baby werde ich nie vergessen.

Abgesehen von dem Narkose-Drama, das nicht nur mich sondern dem ganze OP-Team und meinem Mann die Nerven gekostet hatte, durften wir eine ganz fantastische Geburt erleben. So schön, wie die Geburt eines Babys in nüchternen, weißen OP-Räumen eben sein kann. Unsere Hebamme hat tolle Arbeit geleistet und ist unseren Wünschen, die ich vorab im Geburtsplan festgehalten hatte nachgekommen. Es fühlte sich fast an wie eine ganz „normale“ Geburt und ich bin sehr dankbar das erlebt haben zu dürfen.

<3

Nicht, dass ich hier den Kaiserschnitt beschönigen wollte oder gar dazu raten würde. Es ist mir nur wichtig festzuhalten, dass auch ein Kaiserschnitt eine Geburt ist und so schön wie möglich gestaltet werden darf.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch mal alle (zukünftigen) Kaierschnitt-Eltern dazu ermutigen, sich Gedanken zur Geburt zu machen. Auch wenn man unerfahren ist, was den Ablauf einer solchen OP selber angeht, schreibt auf, was ihr euch wünscht! Meine Gedanken zum Geburtsplan findet ihr zum Nachlesen hier.

Ich hoffe ich habe alles festgehalten, was euch so interessiert? Ich hab Stilldemenz, ihr wisst schon! 😉 Wenn ich etwas vergessen haben sollte, fragt gerne noch mal.

Wie das Leben mit zwei Kindern sich so gestaltet könnt ihr dann bald hier lesen 🙂

3eacc-signature

5 Kommentare bei „Der schönste Kaiserschnitt der Welt“

  1. Ohhh…Du schreibst soo schön!
    Das mit dem Fassung verlieren kenn ich so gut…Du Arme!
    Zum Glück endete das alles dann doch noch vergleichsweise gut!

  2. […] Im Nachhinein muss ich sagen, dass tatsächlich fast alles so lief wie wir es uns gewünscht haben. Wir durften unsere Tochter nach dem Kaiserschnitt eine Weile in unseren Armen halten und mein Mann ist dann mit ihr aus dem OP-Saal. Sie wurde nicht direkt gebadet und wir hatten eine tolle Zeit zu Dritt. (Wenn ihr dazu mehr lesen möchtet, lest gerne meinen Beitrag „Der schönste Kaiserschnitt der Welt“.) […]

  3. Kann ich nur unterschreiben.Wunsch-Sectio,dann aber dich zwei Wochen früher nach Wehen in entspannter, fröhlicher Atmosphäre durchgeführt.Keine Beschwerden mit der Narbe, keine Schwierigkeiten beim Stillen und ein bis dato schrei-und kolikfreies Kind, das nun drei Monate alt ist.

  4. […] so ansehe. Einige Erfahrungsberichte runden das Leseerlebnis ab. Und da ich selber mit meinem Kaiserschnitt-Geburtsbericht abgedruckt wurde, freue ich mich natürlich doppelt =) Dieses Buch ist das, was es bisher so nicht […]

Schreibe einen Kommentar