Ein zweites Kind trotz Hochsensibilität?

Ein zweites Kind trotz hochsensibler Mutter?

Gerade bin ich über die Frage gestolpert, ob man als hochsensible Mutter, vielleicht sogar mit hochsensiblem Kind, noch ein zweites Kind bekommen sollte. Auch ich erinnere mich an eine Zeit, in der dieser Gedanke ständig präsent war. Ich wollte immer schon zwei Kinder haben. Aber nachdem das erste Kind auf der Welt war, war ich diesbezüglich sehr verunsichert.

Ich litt an postnatalen Depressionen, wie ich heute, ganz im Gegensatz zu damals, weiß. Von meiner Hochsensibilität habe ich erst nach der Geburt von H1 erfahren. Und weil mich das Leben als hochsensible Mutter so umgehauen hat, war ich oft verzweifelt. In meinem Kopf kreisten die Gedanken: Kann ich als hochsensible Mutter eine gute Mutter sein? Wie tanke ich meine Energie wieder auf? Warum kann ich nicht die Mutter sein, die ich immer sein wollte? Hätte ich überhaupt Mutter werden sollen?

Kurz nach H1 erstem Geburtstag begann sich die Lage für mich etwas zu entspannen. Ich hatte wieder etwas mehr Zeit für meine eigenen Aufgaben und Projekte. Er begann deutlich besser zu schlafen und ich hatte abgestillt. Ich fühlte mich beflügelt. Und zwar genau so lange, bis der Gedanke an unser zweites Kind wieder aufkam. Seit meiner Kindheit wünsche ich mir zwei Kinder und ich wollte nicht, dass H1 ein Einzelkind bleiben würde. In mir standen sich Wunsch und Angst gegenüber.

Es hat sehr lange gedauert, bis ich mich halbwegs mit meiner Situation als hochsensible Mutter abgefunden hatte. Auch wenn ich die Hochsensibilität meines Kindes als etwas sehr Positives empfinde, empfand ich meine eigene hochsensible Art noch häufig als störend für den Familienalltag.

Und dann noch ein weiteres Kind? Schaffe ich das, wo ich doch mit einem Kind schon so oft an meine Grenzen und darüber hinaus gerate? Wie wird es H1 gehen, wenn ich keine Kraft habe die Mutter zu sein, die er kennt? Und was, wenn das zweite Kind ebenfalls hochsensibel ist? Wie wuppe ich den Alltag, wenn das Baby genauso schlecht schläft wie H1 im ersten Lebensjahr? Wer fängt mich auf? Ein zweites Kind trotz Hochsensibilität? Ist das nicht völlig irre?

Ein zweites Kind trotz hochsensibler Mutter?

Eigentlich bin ich ja so ein „Bauchmensch“. Ich treffe Entscheidungen intuitiv und höre auf mich. Bei der Entscheidung für oder gegen ein zweites Kind war das ganz anders. Es fühlte sich viel sachlicher an. Eine intuitive Entscheidung war absolut nicht möglich, denn an anstrengenden Tagen sprach ich mich deutlich gegen, an angenehmen Tagen ganz klar für ein zweites Kind aus. Meine innere Stimme war verstummt.

Auch wenn dieses Abwägen ziemlich herzlos und rationell klingen mag, so liegt diesen Gedanken etwas sehr Herzliches zugrunde. Nämlich die Tatsache, dass ich meinen Kindern all die Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit schenken möchte, die sie brauchen und verdienen.

 

Und dann, irgendwann, nach vielen, vielen Tagen und Monaten des Grübelns war sie wieder da, meine Intuition. Ich spürte, dass ich eigentlich sehr gerne Mama von zwei Kindern sein möchte. Ich schob meine Selbstzweifel etwas beiseite und wir begannen Pläne zu schmieden. Der Wunsch nach einem zweiten Kind war überwältigend und schön.

Ein zweites Kind trotz hochsensibler Mutter?

Wenige Monate, viel Aufregung und eine Fehlgeburt später war es dann endlich soweit: Auf dem Ultraschall pochte ein kleines, starkes Herzchen.

Dieses Herzchen ist unser Glück. Sie gleicht mich aus. Sie bringt uns alle zum Lachen und ich bin dankbar, dass sie sich für uns entschieden hat.

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Mehr über meine „Gedanken zum zweiten Kind“ gibts hier.

Wenn ihr mehr zum Thema „Hochsensible Kinder“ lesen möchtet, schaut doch mal auf meinem dazugehörigen Pinterest Board vorbei.

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