Hochsensible Kinder – Interviewreihe – Martina

Interviewreihe Hochsensible Kinder

Interviewreihe Hochsensible Kinder

Und die Interviewreihe „Hochsensible Kinder“ geht weiter mit Martina, Mutter einer hochsensiblen Tochter. Bisher habe ich fast ausschließlich von hochsensiblen Söhnen gehört und berichtet. (Hier und hier.) Wie ihr wisst, interessiere ich mich sehr für Hochsensibilität und bin gespannt, wie sich die Hochsensibilität bei Martinas Tochter zeigt. Martina und ich haben uns vor längerer Zeit im Netz kennengelernt, und zwar durch die Hochsensibilität unserer Kinder, die uns zum Austausch anregte.

Und los gehts mit Martinas Antworten:

Seit wann weißt du von der Hochsensibilität deines Kindes? Was hat darauf hingedeutet?

Unsere Tochter war schon als Baby sehr reizempfindlich: Übermäßige Geräusche, zu viel Trubel, zu viele Menschen haben ihr zugesetzt, sie war sehr überfordert.

Später in der Krippe ist uns aufgefallen, wie viel Sie an Eindrücken aufnimmt und viel weiter denkt, als es andere tun. Auch hat sie oft Äußerungen von sich gegeben, die uns sehr weit vorkamen, also nicht alterstypisch waren.

Auch Ihre Reaktion auf Menschen ist durchweg nicht einschätzbar. Wenn sie sich sozial überfordert fühlt, z.B weil sie jemanden nicht kennt oder nicht einschätzen kann, macht sie komplett dicht, was den erwachsenen Gegenüber sehr verunsichern kann.

Sie nimmt Gefühle anderer stärker war, als sie gemeint sind.

Wie macht sich die Hochsensibilität im Alltag bemerkbar? Was läuft dadurch vielleicht anders?

Man ist in vielen Dingen unsicherer, weil man nicht weiss, wie sie reagiert und ob man ihr Dinge zumuten kann. Auf der anderen Seite kann sie extrem selbstsicher und mutig sein. Zwei sehr gegensätzliche Positionen.

Bringt die Sensibilität deines Kindes dich im Alltag öfter mal an deine Grenzen?

Nein, ich bin ein gelassener Typ, ich wünschte mir nur manchmal, dass sie es sich selbst nicht manchmal so schwer machen würde.

Weiß dein Kind, dass es hochsensibel ist?

Nein.

Sprecht ihr mit Familie und Freunden über Hochsensibilität? Ist das ein Thema, das ihr mit anderen besprecht?

Mal angesprochen, aber kann Familie nichts mit anfangen. Man ist sich über das eigene Kind darüber bewusst geworden, dass man selber auch hochsensibel ist.

Siehst du die Hochsensibilität als etwas Positives oder Negatives? Fluch oder Segen?

Kann man nicht verallgemeinern. Insgesamt denke ich, man hat es in manchen Dingen schwerer im Leben, man lebt aber auch intensiver.

Oft ist ein Elternteil ebenfalls hochsensible. Bist du oder dein*e Partner*in hochsensibel?

Ja beide.

Was wünschst du dir für dein hochsensibles Kind?

Dass sie durch ihre innere Stärke und Besonderheit alle Hürden überwinden kann bzw. etwas positives daraus ziehen kann.

 

Vielen Dank für deine Antworten, liebe Martina!

 

In der kommenden Woche wird uns Petra, Mama eines hochsensiblen Sohnes und einer hochsensiblen Tochter Rede und Antwort stehen. Auf ihren Input freue ich mich ebenfalls sehr!! Der/die ein oder andere kennt sie vielleicht, aber dazu verrate ich nächste Woche mehr =)

 

Wie gefällt euch die Interviewreihe bisher? Könnt ihr vielleicht sogar Parallelen entdecken? 

f8792-signature

2 Kommentare bei „Hochsensible Kinder – Interviewreihe – Martina“

  1. Oh ja, da erkenne ich meine Tochter in vielen Sachen wieder. Sie ist auch hochsensibel und ich bin es auch. Ich finde, am schwierigsten ist, darauf zu achten, die Fehler , die an einem selbst als Kind gemacht wurden nicht zu wwiederholen. Es trotzdem aber nicht zu viel für sie werden zu lassen und die Hochsensitivität nicht in den Fokus zu stellen.
    Liebe Grüße
    Anika

  2. Na klar kenne ich die angekündigte Petra;-). Freue mich!

Schreibe einen Kommentar