Medienerziehung für Kinder mit Sinn und ohne Youtube #kooperation

Ab welchem Alter darf ein Kind eine Konsole haben

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Wie führt man als Eltern sein Kind eigentlich richtig an Medien heran? Die liebe Anne von BerlinMitteMom hat dazu vor längerer Zeit einmal eine Blogparade ins Leben gerufen. In meinem Beitrag erzähle ich euch, wie ich das mit den Medien so sehe, wie der Alltag mit Medien bei uns aussieht und was gar nicht geht.

Mit dem Thema Medienerziehung habe ich mich zum ersten Mal beschäftigt, als Max gerade mal etwas über einem Jahr alt war. Ich erinnere ich sehr gut, weil er damals zum ersten Mal eine Bronchitis mit sich herumtrug und wir zum Inhalieren verdonnert wurden. Max ist, wie ihr vielleicht wisst, sehr geräuschempfindlich. Das Inhaliergerät war unglaublich laut. Tja! Damals ist mir nach einigen vergeblichen Versuchen Max das Inhaliergerät schmackhaft zu machen nur eines eingefallen: Ich packe mein iPad aus und Max darf dort eine Kinderserie anschauen. Die Serie „Feuerwehrmann Sam“ begleitete uns ab da täglich. Denn als Max‘ Bronchitis abgeklungen war, fragte er, logisch, weiterhin nach dem iPad. Und ich genoss die zehn Minuten „Pause“ im Alltag sehr. Also blieb ich dabei – wie so oft mit dem schlechten Gewissen als ständigem Begleiter.

Wie „Feuerwehrmann Sam“ uns täglich in den Wahnsinn trieb

Aus „Feuerwehrmann Sam“ wurden dann irgendwann Spiele für Kleinkinder und die ein oder andere Serie, die man sich auf YouTube anschauen konnte. Ich achtete dabei immer peinlichst genau auf den pädagogischen Mehrwert: Wie groß ist der Wortschatz, der verwendet wird? Was lernt Max daraus? Dennoch habe ich mich nie so recht mit dem Gedanken anfreunden können, dass mein Kind in einem so jungen Alter das iPad nutzt. Es kam mir schlicht falsch vor. Hinzu kam die Tatsache, dass Max als hochsensibles Kind besonders schnell unter Überreizung leidet – die Mediennutzung schien ihm dazu Energie zu rauben. Kaum war eine Folge vorbei, wurde er zeitweise sehr wütend, wenn ich ihm nicht erlaubte eine weitere Folge zu schauen. Er hätte das iPad niemals selber zur Seite gelegt, wenn er genug gehabt hätte. Weder damals noch heute.

Im Alter von ungefähr drei Jahren begann Max sich dann durch die YouTube-Videos zu klicken, die ihm als Vorschläge angezeigt wurden. Ich erinnere mich, dass ich einmal sah, wie er auf YouTube jemand anderem beim Feuerwehrmann Sam-Spielen zuschaute. „OK, das reicht!“ dachte ich und nach etwas Hin und Her verschwand die YouTube-App von meinem iPad. Ich kümmerte mich um eine FireTV-Box und folglich um Alternativen zu YouTube.

Nintendo Switch Medienerziehung fuer Kinder

Was zunächst prima funktionierte, wurde mit der Zeit zur täglichen Zerreißprobe. Max bestand darauf täglich eine Serienfolge sehen zu dürfen. Und dann noch eine. Und noch eine. Und am iPad bitte noch ein Spiel wie DinoTrucks oder etwas in der Art. Und es war erneut Zeit die Reißleine zu ziehen.

Wo beginnt die Medienerziehung eigentlich und wie weit darf sie gehen?

Ich beschloss sogenannte „Guck-Tage“ einzuführen. Nun gibt es einen Kalender, in dem ich die „Guck-Tage“ mit einem kleinen Fernseher-Symbol vermerke. Der Kalender hängt auf Max‘ Augenhöhe und ich halte darüber hinaus auch alle anderen Events dort für ihn fest. Der Kalender ist demnach kein reiner Fernseh-Kalender sondern ein allgemeiner, in dem die „Guck-Tage“ ebenfalls festgehalten sind. In der Praxis sieht das hier so aus, dass an vier von sieben Tagen eine Serie angesehen werden darf. Ich habe bewusst weder vermerkt zu welcher Uhrzeit noch wie lange geguckt werden kann. Der Grund dafür ist, dass ich Max eine gewisse eigene Entscheidungsgewalt lassen wollte und ihm darüber hinaus ermöglichen möchte in sich hineinzuhören: Reicht es jetzt? Habe ich genug gesehen? Wie geht es mir damit?

Zugegeben, das klappt bisher nicht. An Gucktagen sitzt er oft früh Morgens nach dem Aufstehen vor der Kiste. Aber er weiß genau, wenn er sich für diese Variante entscheidet, ist das Fernsehengucken für diesen Tag kein Thema mehr. Auch das mit der Dauer des Fernsehens hat er noch nicht raus. Wie schon angedeutet hat Max bisher kein Gespür dafür entwickelt wann es für ihn genug ist. Das bedeutet in der Praxis, dass ich sehr häufig interveniere in der Hoffnung, dass er das irgendwann einmal selber für sich entscheiden kann.

Warum das iPad hier gestorben ist

Das Spielen am iPad habe ich gänzlich abgeschafft. Ich sehe in Tablets grundsätzlich die Gefahr, dass Kinder, wenn sie mit dem Gerät beschäftigt sind, sich auch in anderen Apps etc. umsehen. Das hat Max immer häufiger getan, je älter er wurde. Und damit meine ich natürlich keine anderen Kinderspiele, egal ob pädagogisch wertvoll oder nicht. Nein, er sah sich irgendwelche, für Kinder denkbar ungeeignete Trailer an, die er in einer anderen App zufällig entdeckte. So habe ich mich entschieden: Das iPad gehört alleine mir. Für unterwegs oder lange Autofahrten gilt das iPad zwar als Joker, um daran Hörspiele zu hören. Das Gute daran: Max liebt Hörspiele und würde während dem Hörspiel nie am Tablet herumspielen.

Unsere Alternative heißt Nintendo Switch

Insgesamt habe ich mich dafür entschieden ihn statt der Spiele am iPad langsam an die Welt der Spielekonsolen heranzuführen. Ja, schlagt ruhig die Hände über dem Kopf zusammen! Aber vergesst nicht, wer früher immer mit GameBoy im Restaurant saß 😉

Ab welchem Alter darf ein Kind eine Konsole haben

Ich selber bin ein absolutes Nintendo-Kind und so war klar: Wenn überhaupt, dann ein Nintendo-Gerät. Wir besitzen eine alte SNES, die ich aber inzwischen recht unpraktisch finde. Abgesehen davon besitzen wir keine Spiele, die für Max‘ Alter geeignet wären. Kürzlich ist bei uns nun ein Nintendo Switch eingezogen, über das nicht nur ich mich tierisch freue. Für Kinder gibt es einige tolle Spiele, die Geschicklichkeit und Spaß vereinen (z.B. Lego oder Just Dance). Dabei fühle ich mich besser, weil ich zum Einen weiß, dass Max nicht am Tablet herumzappt, zum anderen kann ich diesen Spielen einfach mehr abgewinnen. Ich weiß darüber hinaus genau was er tut und kann mit der Kindersicherung entgegensteuern, sollte mir da etwas auffallen. Es geht hier zwar nicht zwangsläufig um einen pädagogischen Mehrwert, aber man darf ja auch einfach mal (sinnvoll) Spaß haben. Das Herumzappen hat Max hochsensibler Seele wirklich nicht gut getan. Er war ständig damit beschäftigt zu überlegen, was er noch alles ausprobieren könnte. Das Angebot und die Fülle an Möglichkeiten am Tablet erscheinen mir für ihn einfach zu groß. 
Auch für unterwegs finde ich die Switch so viel praktischer als das schwere iPad (ja, ich besitze eines der älteren Generation).

Wie ist das jetzt mit der Medienerziehung?

Ein paar Dinge liegen mir was die Medienerziehung angeht besonders am Herzen: Ich wünsche mir, dass meine Kinder bewusst mit Medien umgehen. Ich habe nichts dagegen wenn Max mal einen Kinderfilm ansieht, aber mir ist wichtig, dass er die Zeit genießen kann und ein Film etwas Nicht-Alltägliches ist. Außerdem möchte ich den Fokus darauf legen, dass, egal um welches Medium es sich handelt, es mit Vorsicht genossen wird. Aktuell treiben meine Kinder sich weder bei Facebook noch Instagram herum. Aber ich bin sicher, eines Tages werden sie sich in den Sozialen Netzwerken herumtümmeln und ich möchte, dass sie darauf vorbereitet sind und verstehen, dass es Grenzen gibt. Eigene Grenzen, aber natürlich auch Grenzen was die anderen angeht.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das Thema Medienerziehung hier langfristig darstellen wird und welchen Herausforderungen wir uns stellen werden müssen. Ich freue mich aber irgendwie auch darauf

 

Das Thema ist durchaus diskusionswürdig und ich würde mich sehr freuen eure Meinungen zu hören. Ich weiß gleichzeitig aber auch, dass die Medienerziehung ein Reizthema ist, bei dem die Meinungen deutlich auseinander gehen. Bitte lasst uns uns nicht gegenseitig verurteilen, sondern die Meinungen der anderen unvoreingenommen stehen zu lassen. Danke 🙂

Also: Wie seht ihr das? Wie führt ihr eure Kinder an moderne Medien heran? Verweigert ihr den Zugriff vielleicht? Erzählt mir doch mal!

xo Jil

 

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