Mein Wochenende in Bildern – 23./24. September

Das vergangene Wochenende habe ich ganz alleine verbracht, deshalb habe ich heute leider keinen Kinder-Content für euch. Stattdessen dachte ich, ich berichte euch von meiner Mama-Auszeit.

In den Instastories hab ich ja schon berichtet, dass ich irgendwie gar nicht so recht in Stimmung war und mich nicht auf das Wochenende im Alleingang freuen konnte, obwohl ich es mir sehnlichst gewünscht hatte.

Freitag

Ich hatte zwei Hotels reserviert, eines in Berlin, eines in Frankfurt. Spontan habe ich mich für Frankfurt entschieden und das Hotel in Berlin storniert.

Als ich nach etwas Hin und Her dann endlich mein Hotelzimmer betreten durfte, fiel ich erst mal in ein Loch. Wirklich. Ich saß da und fühlte so eine tiefe Einsamkeit, wie ich sie schon lange nicht mehr gespürt habe. Irgendwie kotzte mich die Stadt schon nach wenigen Momenten an und es fiel mir schwer zu erkennen warum.

Tell my love to wreck it all
Cut out all the ropes and let me fall

-Bon Iver, Skinny Love

Um dem etwas zu entfliehen spazierte ich erst mal eine ziemlich lange Strecke am Mainufer entlang und besorgte mir was zum Abendessen.

Ursprünglich hatte ich so viele Pläne, auf die ich dann allesamt keine Lust hatte. Also habe ich mich im Hotelzimmer mit Salat und Netflix vergnügt 😉

Samstag

Mit einem späten Frühstück begann ich plötzlich die Zeit alleine doch zu genießen.

Irgendwie hatte ich total vergessen wie sich das Leben in der Stadt anfühlt. Der Ubahn-Geruch war plötzlich wieder so vertraut und ich spürte das Treiben der Großstadt in mir. Ich schlenderte mit Bon Iver auf den Ohren (meiner absoluten Lieblingsband) durch die Straßen und begann in der Stadt anzukommen.
Eine liebe Freundin hatte mit ihrem Freund einen Stand bei einem Hausflohmarkt, bei dem ich kurz anhielt. Danke für die schöne Zeit, ihr Lieben <3

Mittags sammelte mich mein Papa im Café auf, in dem ich gelandet war, nach dem ich einen ziemlich weiten Fußweg hinter mir hatte. Ich bin einfach gelaufen und gelaufen, immer am Wasser entlang. Meditatives Gehen sozusagen.

Wir haben gemeinsam was gegessen und haben noch einen Abstecher auf einen weiteren Flohmarkt gemacht. Später bin ich tatsächlich noch mal in die Stadt um eine Runde zu shoppen – wie immer eher für die Kinder als für mich.

Zurück im Hotel habe ich mich aber riesig über meine Bücher-Ausbeute für die Kids gefreut, weil ich wusste, dass die beiden sich darüber sehr freuen würden.

Für mich gabs ein neues Notizbuch, in das ich mich sofort verliebt habe und in dem ich meine ganzen Gedanken vom Wochenende erst einmal niedergeschrieben habe.

Oh, then how we gonna cry
Cause it once might not mean something
Love, a second glance it is not something that we’ll need
Honey, understand that I have been left here in the reeds
But all I’m trying to do is get my feet out from the crease
And I’ll see you
Turn around, you’re my A-Team

-Bon Iver, 715 – CR∑∑KS

Sonntag

Der Sonntag fällt fotomäßig eher spärlich aus. Aber naja, manchmal hat man einfach anderes zu tun. Schlafen zum Beispiel!

Zu Hause zurück fand ich zwei glückliche Kinder im Megachaos 😀
Ich kam glücklicherweise genau zur Mittagsschlafzeit nach Hause und durfte mich noch zwei Stunden ausruhen, bevor ich mich dran gab die Wohnung von herumliegendem Spielzeug und Krümel in sämtlichen Ecken zu befreien.

We could be friends
Just put your head on my shoulders
I will straighten out, for you
Don’t wanna know if you made mistakes
I’m still waiting on your sunshine

-Francis And The Lights ft. Bon Iver, Friends

Noch im Halb-Chaos gab es Zimtschnecken mit Frischkäsefrosting. Ziemlich, ziemlich gut! Danke Bianca für das Rezept!

Später sind wir zum Wahllokal spaziert und ich war wieder voll im Mama-Modus angekommen. Nach einer Weile ganz alleine prasselt das immer sehr auf mich ein und ich brauche einen Moment um anzukommen, genau so wie ich zuvor eine Weile brauche um aus meinem gewohnten Umfeld auszusteigen.

Insgesamt war ich etwas überrascht, dass ich mir zuvor zwar so sehr Zeit für mich gewünscht habe, sie dann aber zunächst gar nicht genießen konnte.

Wie ist das bei euch? Nehmt ihr euch ab und zu Zeit ganz alleine? Wenn ja, was tut ihr dann? Wellness oder Großstadt? 

Morgen zeige ich euch hier, was uns in der Erkältungszeit das Leben etwas leichter macht 🙂

Wie meine Blogger-KollegInnen ihr Wochenende verbracht haben, könnt ihr wie immer bei Susanne lesen.

xo Jil

4 Kommentare

  1. Ich glaube, das liegt daran, dass man das viel zu selten macht und dann die mega Euphorie erwartet. Man muss das richtig wieder lernen, für sich zu sein, und das geht nur, wenn man sich ab und zu motiviert, etwas für sich allein zu machen. Dann kommt bestimmt auch das Genießen. Und wenn nicht, ist es auch okay, man tankt sicherlich trotzdem auf, einfach durch den Abstand.

    Ich finde es super, dass Du allein weg warst. Mach das, wenn es geht, immer mal wieder, auch wenn es sich jetzt komisch angefühlt hat. Ich war ja im Juni zum 1. Mal in 6 Jahren als Mama allein in Prag, leider krank, aber trotzdem wichtig. Die Kinder müssen lernen, dass Mama auch mal weg ist, der Mann muss es lernen (Krümel und Chaos bei Deiner Rückkehr finde ich natürlich nicht toll!) und man selbst muss es wieder lernen.
    Also: auf ein Neues! 😉
    Liebe Grüße!

  2. vonherzenundbunt sagt: Antworten

    Liebe Katrin, danke für deinen Kommentar.
    Du hast recht, die Erwartungen an mich selber waren ziemlich hoch. Zu hoch vielleicht. Ich bin wirklich längere Zeit nicht alleine weg gewesen, ich hätte aber gedacht gerade dann freue ich mich riesig und kann die Zeit von Anfang an genießen.
    Das Chaos war nicht tragisch für mich, die Kinder hatten Zeit mit ihrem Papa und waren happy – besser als anders herum! 😉
    Wie oft planst du denn Zeit für dich ein?
    LG Jil

    1. Bis zu dem Prag-Wochenende im Frühjahr war ich noch nie allein weg, seit ich Kinder habe. Insofern bist Du schon viel weiter als ich, denn Deine Kinder sind ja kleiner als meine. Super! Ich habe mir vorgenommen, das je nach Zeitplan öfter mal zu machen. Allerdings fällt es mir auch sehr schwer und das schlechte Gewissen ist riesig, obwohl die Sehnsucht nach Alleinsein genauso groß ist. Eigentlich wollte ich es beim nächsten Mal mit 3 Nächten allein versuchen, also langsam steigern, aber traue mich nicht. Also habe ich wieder nur 2 Nächte gebucht (übernächstes Wochenende). Es ist sehr schwer, sich selbst aus dem Hamsterrad des Funktionierens herauszuziehen und aus jahrelangen Mustern bzw. Notwendigkeiten (meine Kleine tut sich noch heute, mit 4 1/2 Jahren, schwer mit meiner Abwesenheit) auszusteigen. Aber kleine Schritte versuche ich…
      Liebe Grüße!

      1. vonherzenundbunt sagt: Antworten

        Oh dann bist du ja gleich richtig, richtig raus beim ersten Mal. Konntest du das genießen? Ich glaube bei mir wäre so nach drei, vier Tagen dann irgendwie gut.
        Das schlechte Gewissen kenne ich gut von früher, ist bei mir inzwischen zum Glück etwas geschwunden. Das schmälert den Genuss leider ungemein, oder?
        Ich drück dir die Daumen für deine nächste Auszeit 🙂
        LG Jil

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