Seid endlich ehrlich zueinander! #regrettingmotherhood

Hallo ihr Lieben,
kürzlich berichtete die SZ über Regretting Motherhood.
Viele bloggende Moms hat dieser Artikel angehalten sich dazu zu äußern, was mich wiederum so erstaunte, dass auch ich mich heute dazu äußere.
Ich habe den Artikel heute Abend schon zwei Mal bearbeitet und auf äußerst unglückliche Weise wurde der Text nicht abgespeichert. So bleiben euch einige meiner Gedanken erspart und ich fasse mich extrem kurz.
Den Artikel, der die Grundlage für diesen Beitrag darstellt, könnt ihr hier nachlesen.

Das Konstrukt Regretting Motherhood beschreibt Mütter, die ihre Mutterschaft rückgängig machen würden, wenn sie könnten. Sie empfinden die Elternrolle als überwiegend negativ und nachteilig. 

Wichtig ist es zu erwähnen, dass diese Mütter ihre Kinder nicht weniger lieben als andere Mütter.

Auch wenn die Studie in Israel durchgeführt wurde, wo die Familienkultur nicht vergleichbar mit unserer ist, so bin ich sicher, dass es auch in Deutschland viele Mütter gibt, die es bereuen Mutter zu sein. Dass es Mütter gibt, die so empfinden macht mich traurig, ich kann es aber auch verstehen. Warum es Müttern so ergeht können wir wohl nur erahnen, aber es würde, da bin ich mir ganz sicher, helfen, wenn wir ehrlicher zueinander sind und nicht immer alles beschönigen, was das Leben als Mama betrifft.

Ich selber habe mir das Leben als Mutter auch ganz anders und einfacher vorgestellt. Es gab und gibt in meinem Leben so manchen Tag, an dem ich gerne für mich wäre.
Tage, an denen ich mir mein altes Leben zurückwünsche oder etwas wehmütig in alten Zeiten schwelge. Ich war schon immer ein Mensch der viel Zeit
für sich gebraucht hat und ich denke, dass sich daran nichts ändern wird. Mal wieder in den Tag hineinleben, gemütlich einen Kaffee in der Stadt trinken, 
ohne Zeitdruck kochen, Schuhe kaufen oder mit dem Bus fahren. Achso: Abends entspannt weggehen und mir vorher lange überlegen was ich anziehen werde.

Zu Beginn meines Mamadaseins haben mich diese Tage, an denen ich lieber keine Mama wäre sehr irritiert und verunsichert. Ich hatte ernsthaft gedacht und vielleicht
auch gehofft, dass sich meine Bedürfnisse mit dem Mutterwerden total verändern. Das taten sie nicht. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen deshalb keine Mutter zu sein. 
Ich möchte nicht irgendwann (zu spät) aufwachen und den dann unerfüllbaren Wunsch nach Kindern spüren.

Es hätte mir sehr geholfen, wenn mir jemand ehrlich gesagt hätte, was mich so in Etwa erwartet, auch wenn ich mich deshalb nicht anders entschieden hätte.

Wir Mütter müssen endlich ehrlich zu uns selbst und zueinander sind. Nur so können wir ein halbwegs realistisches Bild von der wahren Rolle als Mutter abgeben und die ein oder andere Frau würde sich vielleicht anders entscheiden.
Jede Rolle, die wir im Leben innehaben bringt gute und schlechte Seiten mit sich. Wir arbeiten auch nicht jeden Tag gleich gerne und sind nicht jeden Tag gerne Partner. Also traut euch bitte
das Leben als Mutter mit all seinen Facetten darzustellen. 

Ob wir gute Mütter sind, entscheiden nicht die anderen Mütter, Partner oder Freunde sondern alleine unsere Kinder.

Habt ein sonniges Wochenende!

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