Sonntagskolumne: Der Fuhrpark meiner Kinder

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Vor zwei Wochen hat uns unser Vermieter freundlich darauf hingewiesen, dass unsere Kellertür sich wegen Überfüllung nicht mehr schließen lässt und unserem Keller insgesamt eine Entrümpelung gut täte. In der Regel bin ich ganz gut im „Lächeln und Nicken“. An diesem Tag nicht.

Der Mann vor der Haustür hatte nicht ganz unrecht. Unser Keller ist tetrismäßig mit Dingen zugeballert und die Tür lässt sich tatsächlich nicht mehr schließen. Unser Keller ist nämlich Aufbewahrungsort des Fuhrparks der Kinder, der sich über die Jahre erschreckend schnell vergrößert hat: Ein Schlitten, den wir hier noch nie benutzt haben, weil es nie so geschneit hat, dass wir ihn hätten testen können. Ein Holzlaufrad mit einem unglaublich unbequemen Sitz, der mir schon beim Ansehen weh tut (Sorry Mama, ich will nicht undankbar sein). Ein gewöhnliches Laufrad. Zwei Fahrräder. Ein Bobbycar und ein Dreirad.

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Ich selber habe ein Auto und ein Fahrrad, das ich im Studium gekauft habe, das mir geklaut wurde, das ich dann zufällig auf einer Fahrradversteigerung wiedergefunden habe, das ich aber eigentlich gar nicht besonders mag. Meine Kinder haben für jede Lebenslage das passende Fahrzeug. Irgendwie nett aber auch ganz schön übertrieben, denn wer braucht das schon. Und völlig egal wie viele Fahrzeuge die Kinder haben: Sie wollen ohnehin das, das der andere gerade hat.

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An dem Tag, an dem der Vermieter mich bat den Keller auszumisten, musste ich lachen. Denn jeder, der einem Kind schon einmal ein Laufrad/Fahrrad/Roller/Skateboard geschenkt hat, kann sich vorstellen, wie schwierig es ist, ihm das wieder wegzunehmen. Besonders schwierig, wenn man mit Menschen im Haus lebt, die keine Kinder mögen und Kindergeschrei schon gar nicht.

Bald wird der Fuhrpark sich, wohl zur großen Freude des Vermieters, weiter vergrößern: Max wird zum fünften Geburtstag ein Skateboard bekommen. Statt unter vielen Kinder-Krokodils-Tränen Fahrzeuge auszusortieren frage ich vielleicht besser mal, ob der nette Mann von der Hausverwaltung uns sein Büro in der Heidelberger Innenstadt zur Aufbewahrung all unserer Fahrzeuge überlässt. Findet er bestimmt genauso klasse wie ich. Dann wäre sein Büro zur Abwechslung sinnvoll genutzt und es gäbe nie wieder Stress mit geschlossenen Büro- und Kellertüren, versprochen.

 

Einen schönen, sonnigen Sonntag euch allen!

Jil

Achso, wie macht ihr das denn so mit den Fahrgeräten eurer Kinder? Oder habt ihr es geschafft minimalistisch an die Sache heranzugehen?

 

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