Sonntagskolumne: #kinderflohmarktwahnsinn

Kinderflohmärkte sind ein Phänomen, das man nur versteht, wenn man einmal dabei war. Und wer einmal dabei war, geht immer wieder hin. Immer, und immer wieder. Wer keine Lust hat sich anfixen zu lassen, für den spiele ich heute einmal Mäuschen. Aber Achtung, ich drücke sämtliche Stereotyp- und Schubladen-Knöpfchen, die ich so finden kann.

Die Sache mit dem Kinderflohmarktwahnsinn ist also wie folgt:

Frauen mit vielen leeren Taschen im Gepäck rennen sich gegenseitig über den Haufen (oder geben sich als Schwangere aus) um so schnell wie möglich die besten Sachen abzugreifen. Das Gerangel (das sich bei Frauen ja eher durch Blicke als Körperlichkeiten zeigt) beginnt genau in der Minute des Einlasses. Ist man erst einmal auf dem Flohmarkt angekommen, wird ganz gemütlich umhergeschlendert. Jeder Stand wird von oben bis unten nach interessanten Sachen gescannt. „Interessante Sachen“ sind, gegen die Erwartung aller Ahnungslosen, nur selten Kinderkleider. Nein, nein. Sachen, die heiß begehrt sind, sind Schleichtiere, TipToi-Bücher, Stokke-Tripp Trapps, Sommerschuhe, (Haba-)Spiele oder Möglichkeiten den kindlichen Fuhrpark zu erweitern, wie Laufräder, Dreiräder oder Puppenwagen.

Erst wenn die Fülle aller zu kaufenden Gegenstände gesichtet, manche verhandelt, ein paar gekauft wurden; ja erst dann geht es zur Kleidung über. Und zwar in dieser Beliebtheitsreihenfolge: Schneeanzüge, Kleidchen, Hosen, Shirts/Pullis. Es gibt da echt (werdende) Mamas, die wühlen innerhalb weniger Minuten ganze Tische fein sortierter, gebügelter (!) Kinderkleidung um. Männer sind übrigens eher selten anwesend und wenn doch, meist Anhängsel um Kinder oder Taschen zu tragen (Schublade auf) oder den Stand zu bewachen, während man als VerkäuferIN selber über den Flohmarkt jagt.

Viele Kinderflohmarkt-Besucher handeln übrigens, was das Zeug hält. Das sollte man unbedingt wissen, wenn man einmal auf einem Flohmarkt verkaufen möchte. Ich erinnere mich, dass mir mal eine Mutter ein neues Paar Kinderschuhe, die ursprünglich ziemlich teuer waren, für 5 Euro abkaufen wollte. Mit Schild dran. Im Originalkarton. Ungetragen! Das ist (leider) nicht ungewöhnlich auf einem Flohmarkt. Es scheint als seien manche Besucher sogar erschüttert, dass die zu verkaufenden Gegenstände noch Geld kosten sollen. Bares Geld! Na wo sind wir denn hier!?

Und manchmal kann man mit dieser Masche echt Glück haben, auf so einem Kinderflohmarkt. Denn die, die auf dem Flohmarkt verkaufen, sind verdammt froh, wenn sie ihr ganzes Zeug nicht wieder mit nach Hause schleppen müssen. Und der Mann es in den Keller räumt und für einen halben Tag beschäftigt ist (Schublade und so, ne?!).

Das Spannende ist, dass die, die zu Beginn noch in Krawallstimmung sind, weil sie unbedingt als erste den Flohmarkt betreten möchten, am Ende oft mit (fast) leeren Taschen wieder herausspazieren. Auch interessant.

Vor zwei Wochen habt ihr mich vielleicht in den Instastories gesehen. Ich habe verraten, was ich auf Kinderflohmärkten kaufe: Keine Kleidung. Mir fehlt total die Muse in den Stapeln an Kleidung das passende Teil zu finden. Ich shoppe mit ganz besonderer Freude Bücher. Und Schleichtiere. Und Krams für den Adventskalender (ja, auch im Frühling schon).

Und soll ich euch etwas verraten? Gestern war ich (halbkrank) als Teil des Elternbeirates zum Aufbau und allem möglichen Dingen beim Kinderflohmarkt hier im Ort eingeteilt. Wir haben geackert und hatten ein bisschen Spaß. Und wisst ihr was? Ich bin eine Stunde vor allen anderen Besuchern über den Flohmarkt geschlendert und habe mir die besten, ich sags euch, die BESTEN Sachen abgegriffen. HAHA!

Aber hey, ganz ehrlich: Das muss man alles nicht verstehen, die Sache mit den Kinderflohmärkten.

 

Besucht ihr Kinderflohmärkte? Wie empfindet ihr das Gewusel?

2 Kommentare bei „Sonntagskolumne: #kinderflohmarktwahnsinn“

  1. Ich traue mich teilweise nicht so zu handeln und später ärgere ich mich öfters…
    Ich gehe jedenfalls sehr gerne auf Flohmärkte und habe vorher immer Angst, dass die guten Sachen schon weg sind. 😉 Mein Freund ist froh, wenn er nicht mit muss. Oder wir gehen dann in einen Second Hand Laden wo die Verkäufer verschiedene Regale bestücken, das mag er und ich finde es auch entspannter. 🙂

    1. vonherzenundbunt sagt: Antworten

      Second Hand Läden gibt es hier leider gar nicht so viele 🙁 Gerade hat einer zu gemacht. Echt schade, das wäre auch eher was für mich. Ich finde das Handeln ist einfach auch Übungssache. Man kommt da irgendwie rein und dann klappt es.

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