Sonntagskolumne: Mama allein zu Hause

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Ein sehr seltenes aber häufig herbeigesehntes Phänomen: Mama allein zu Hause. Wie oft träume ich davon mal wieder ganz alleine zu Hause zu sein. Und zwar länger als eine Stunde, wenn der Mann beide Kinder zum Wocheneinkauf mitschleift. Nein, StundEN. Vielleicht sogar viele StundEN.

Meine „Wenn-ich-endlich-irgendwann-mal-alleine-zu-Hause-bin“-To Do Liste

„Was würde ich wohl alles machen, wenn ich so viel Zeit hier alleine verbringen könnte?“ frage ich mich oft.

Mir fallen, das können wahrscheinlich die meisten Mamas bestätigen, zehn, nein, zwanzig, vielleicht sogar dreißig Dinge ein, die ich tun könnte. Auf meiner „Wenn-ich-endlich-irgendwann-mal-alleine-zu-Hause-bin“-To Do Liste stehen zum Beispiel: Nähen, Fingernägel lackieren, eine Serie schauen und dabei Eis essen, am Blog arbeiten und laut Musik hören. Eigentlich sind es so viele Dinge, dass mir klar ist, dass das für einen Tag viel zu viel ist.

Tschüüühüüüüssss

Dann, tatsächlich, kam dieser Tag. Zum ersten Mal seit wir zwei Kinder haben. Ich war zwar nicht den ganzen Tag aber mehrere Stunden alleine zu Hause, während der Mann die Kinder in den Park ausführte. Boah, ich war so voller Vorfreude! Ich war so happy und konnte es ehrlich gesagt kaum erwarten bis die Drei endlich vor der Tür waren. Wahrscheinlich hat mein übertrieben freundliches „Tschüüühüüüssss“ mich verraten. Aber egal. Was solls. Ich war endlich alleine.

Das erste was ich mache wenn ich alleine bin: Fernseher an. Darüber muss ich manchmal selber den Kopf schütteln. Der Fernseher lief jedenfalls und ich war bereit mein Eis aus dem Tiefkühlschrank zu holen. Im Tiefkühlschrank fiel mir dann auf, dass da ein ziemlich altes, eingefrorenes Brot lag. Tiefkühlschrank aussortiert, Inhalt auf Haltbarkeitsdatum geprüft, Eis raus. Alles gut. Ich überlege schon welche Serie ich mir reinziehe, da sehe ich, dass die FireBox nicht funktioniert. Ein Problem mit dem WLAN. Boah.. Also.. Router aus, Router an. Hilft nicht. Wenn das WLAN nicht geht, werde ich ja immer leicht (!) panisch. Direkt eine Nachricht an den Mann, auf deren Beantwortung ich noch drei Stunden warten sollte. Währenddessen hänge ich unter unserem riesigen Schreibtisch im Arbeitszimmer und schalte sämtliche Steckerleisten an und aus, in der Hoffnung, die richtige erwischt zu haben. Ahnungslosigkeit hilft eben doch nicht immer. Aber ich habe Glück, das Internet geht.

Mit dem Staubsauger unter dem Schreibtisch

Jetzt wäre eigentlich Zeit mein halb geschmolzenes Eis, das ich vergessen habe wieder in die Tiefkühlschrank zurückzustellen, zu schlürfen und eine Serie einzuschalten. Denkste. Unter dem Schreibtisch war es nämlich krass staubig. Da häng ich ja sonst nicht so häufig rum. Aber wann, wenn nicht jetzt, wo ich alleine zu Hause abhänge. Mit dem Staubsauger. Unter dem Schreibtisch. Als ich endlich fertig bin, bereit für meine „Me-Time“ (ich hasse das Wort), bekomme ich eine Antwort auf meine WLAN-Fragen-Nachricht: „Es war richtig schön hier. Max wollte gar nicht gehen. Sind jetzt auf dem Heimweg.“

WHAT?! Nein.. Moment. Ich bin noch nicht soweit!

Ich überlege verzweifelt, wie ich die Zeit wieder reinholen kann, die ich mit Instandhaltung unserer Wohnung vergeudet habe statt die Füße hochzulegen. Leider fällt mir nichts ein. Schnell wegrennen? Mich tot stellen? Das Schloss austauschen? Hach.. Natürlich nicht. Denn:

Als es Sturm klingelt und Max mir aufgeregt von seinem Nachmittag mit Luise und Papa erzählt, bin ich dann doch (ein bisschen) glücklich die Drei wieder zu Hause in meiner Nähe zu haben.

 

Und jetzt verratet mir bitte: Geht es euch auch so?! Hört das irgendwann wieder auf?

6 Kommentare bei „Sonntagskolumne: Mama allein zu Hause“

  1. Lach, jaja. Das erste Mal Mama allein Zuhaus sieht irgendwie immer so aus. Und es wird auch immer wieder so aussehen, bis Mama sich daran gewöhnt sich permanent auf ihre Hände zu setzen, wenn die Idee aufkommt : Ich mach nur noch eben schnell… Sind wir mal ehrlich: Nur mal eben schnell geht eigentlich nie gut. Und eigentlich hat man als Mama ja fast schon ein schlechtes Gewissen, wenn man, kaum das die Tür zu ist, sich einfach nur auf die Couch setzt und den Fernseher anmacht oder ein Buch nimmt oder, OH Gott! Womöglich ein Schläfchen macht! Frau könnte die Zeit ja soviel nützlicher und sinnvoller nutzen. Komisch, ohne Kinder waren das durchaus akzeptable Tätigkeiten. Also hilft dir nix, ausser dem was immer hilft: ÜBUNG! Viel Spass beim nächsten Mamafrei!

  2. Lach. Mir geht das auch immer so. Dabei will man ja eigentlich nur entspannen.
    Liebe Grüße,
    Katarina

    1. vonherzenundbunt sagt: Antworten

      Liebe Katarina, ja genau.. Eigentlich will man einfach nur entspannen und die Ruhe genießen. Und stattdessen wuselt man dann durch die Bude, aber immerhin mit Ruhe! 😉

  3. Kenne ich. 😉 Dann räumt man auf und es findet sich noch etwas und die Zeit ist um.

    Deshalb versuche ich mittlerweile aufräumen o.ä. vorher zu machen. Aber alleine und mit Musik räumt es sich gleich besser auf. 😉

    1. vonherzenundbunt sagt: Antworten

      Das mit dem Vorher aufräumen ist eine gute Idee!! Danke Lara, beim nächsten Mal werde ich es ausprobieren. Ich hoffe ganz bald 😉

  4. Musste grad sooo lachen, als ich deinen Text gelesen habe . Geht mir ganz gleich. Es ist echt irre. Und wenn ich doch etwas von der Liste für mich mache, bleibt so ein kleines unzufriedener Gefühl, denn die „wenn-ich-endlich-mal-alleine-zu-hause-bin-Liste“ ist immer noch sooooooo lang …

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