Sonntagskolumne: Mit zwei Kindern im Möbelkaufhaus

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Mit. Zwei. Kindern. Im. Möbelkaufhaus. Was ist das für eine irre Idee?! Gut.. Ich habe dazugelernt.

Gestern jedenfalls waren wir mit den Kindern unterwegs auf der Suche nach einer Küche. Naja, wir wollten uns mal umsehen. Oder vielleicht doch mal mit jemandem sprechen? Dass man mit zwei Kindern im Schlepptau keine detailierte Küchenplanung durchspricht war mir auch vor Gestern klar.

Chaise Longue

Im ersten Möbelhaus angekommen mussten wir uns erst einmal bis zur Küchenabteilung durchkämpfen. Wir kämpften gegen zig verschiedene, offensichtlich sehr gemütliche Sofas. Sofas, die man nicht kauft, wenn man zwei kleine Kinder hat. Für Menschen, für die ein Sofa nicht einfach ein Sofa sondern ein Chaise Longue oder so ist, auf dem man abends mit einem Tee in der Hand ganz in Ruhe die Zeitung liest. Max* und Luise* testeten diese „Sofas“ ausgiebig auf Bequemlichkeit. Insbesondere aber auf Empfindlichkeit gegen Schoko-Croissantflecken. Ihr könnt euch vorstellen, wie abgekämpft wir also von all den saugemütlichen Möbelstücken waren, als wir die Küchenabteilung erreichten. Am liebsten hätte ich mich gleich auf solch einem Chaise Longue niedergelassen. Nur so für ungefähr fünf Stunden. Hat leider nicht geklappt, denn dann erwartete uns der Endgegner: Musterküchen.

Verschwitzt und eingequetscht

Viele Möglichkeiten sich Finger einzuquetschen oder sich an sämtlichen Ecken sonstige Körperteile anzuhauen. Wir rasten in einem erstaunlichen Tempo durch die Küchenabteilung, um jede Küche kurz gesichtet, die interessanten Küchen eventuell sogar näher begutachtet zu haben, bevor ein Kind sich verletzt.
Unsere Befürchtung ist nicht eingetroffen. Niemand verletzt. Von Verkäufern wurden wir gemieden. Eine schöne Küche haben wir auch nicht gefunden.

Eine halbe Stunde später in der nächsten Küchenabteilung (glücklicherweise nur einen Laden weiter). Die Küchen sind direkt am Aufzug gelegen, perfekt. Oder auch nicht (wie ich später feststellen durfte). Inzwischen hatten wir schon dazugelernt: Die Kinder im Einkaufswagen sitzend gehen oder besser laufen wir durch die Abteilung. Jede Küche kurz von Weitem ansehen – passt. Man wird ja wirklich anspruchslos..

30 Tausend

Eine Küche gefiel uns besonders gut. Da überkam Max dann plötzlich ein unglaublicher Durst. Genöle, Gejammer, Gemecker. Die Küche muss warten und wir laufen weiter. Immer wieder begegnen uns Verkäufer. Niemand spricht uns an. „Ich glaube wir sehen nicht aus, als würden wir hier eine Küche kaufen.“ nuschele ich vor mich hin. Unser „Maaaaxxxx, bleib hier!“ und „Nein, du hast dein Wasser im Auto vergessen, Mensch.“ lässt uns wohl nicht unbedingt wie potenzielle Küchenkäufer erscheinen. Auch wenn ich verstehen kann, dass man keine motzenden Menschen mit zwei kleinen, krümelnden Kindern aufhalten oder an seinem Verkaufstisch sitzen haben möchte; die Tatsache, dass uns niemand anspricht verärgert mich etwas.
Selbst in der High Class-Küchenabteilung reagiert niemand, als die Kinder die Küchenauszüge immer und immer wieder betätigen, weil die „so lustig“ auf- und zugehen.

Tja, also wir hätten ja heute wirklich gerne 30 Tausend Euro für eine Küche ausgegeben, die wir nur einmal ganz kurz gesehen und für gut befunden haben. Aber hey, wenn da keiner reagiert. Selber schuld! 😉

Das ist doch echt irre.. Werdet ihr mit Kindern auch nicht von VerkäuferInnen angesprochen? Mir ist das schon häufig aufgefallen.

*Aus H1 und H2 werden nun übrigens Max und Luise. Ich kann H1 & H2 nicht mehr sehen.. Das sieht so herzlos aus.

2 Kommentare

  1. EsistJuli sagt: Antworten

    Insgesamt ist das mit dem Verkauf so ne Sache. Ich arbeite selbst im Verkauf und kann nur noch den Kopf schütteln. Mein Mann brauchte für sein Quad ein Teil, welches auch an jedem Motorrad und Mofa vorhanden ist. Wir sind durch 3 (!!) Läden hier im Umkreis und wollten das Teil kaufen (regionale Läden unterstützen und so); wurden aber überall abgespeist mit „Teile für Quads verkaufen wir nicht!“ Obwohl wir mehrfach erklärten, dass das Teil nicht nur am Quad ist und selbst an den Motorrädern da vor Ort verbaut ist – keiner hatte Lust uns das zu bestellen. Also haben wir doch beim lächelnden Onlinehändler bestellt und hätten uns die Rumfahrt sparen können. Manchmal glaube ich echt, die Leute wollen einem nix verkaufen! Grade, da ich selbst im Verkauf bin, ärgert mich so eine Behandlung. Ich werde da auch ziemlich schnell frech 😀 wenn mein Mann mich nicht zurück hält. Sprich, ich gehe offen auf die Verkäufer zu, sage, dass ich damit wirklich unzufrieden bin und dass ein solcher Umgang mit Kunden nicht verkaufsfördernd ist und sie sich bitte nicht wundern sollen, wenn das online-Geschäft boomt. Bringt nicht immer Einsicht, aber fast immer Genugtuung bei mir 😀
    So, sorry für das lange Gelaber ^^*

    1. vonherzenundbunt sagt: Antworten

      Puh, das tut gut mal zu lesen, dass auch du als Verkäuferin das blöd findest. Manchmal frage ich mich nämlich wirklich: „Sehe ich so schäbig aus, dass man mir nichts verkaufen will?“ 😉 Dabei verstehe ich das gar nicht.. Ist das Gehalt im Verkauf nicht auch an den Verkäufen, die man macht, ausgerichtet?
      Ich kaufe inzwischen auch wirklich viel online, aber leider eher aus Bequemlichkeit =( Nur meine Küche.. die möchte ich dann doch vorher mal getestet haben. Vielleicht schaffe ich es ja nächstes Mal auch mich mal zu äußern bzw. zu beschweren.

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