Stadt, Land, Leben – Wo lebt es sich als Familie am besten?

Stadt Land Leben - Wo lebt es sich als Familie am besten

Letzte Woche hat die liebe Lara sich Gedanken darüber gemacht, wo es sich am besten lebt. Ist das Landleben dem Großstattgetümmel vorzuziehen oder bietet die Großstadt etwas, das das Leben auf dem Land nicht bieten kann?

Sag mal wo kommt ihr denn her?

Ich bin ein Landei. Mitten in der Vulkaneifel habe ich die ersten Jahre meines Lebens verbracht und auch heute wohnt ein Großteil meiner Familie noch oder wieder dort. Ich habe im Garten gespielt, bin schon ziemlich früh mit meinen Kindergartenfreunden auf der Straße herumgesprungen während um uns herum Traktoren fuhren, von Hand Apfelsaft gepresst wurde oder Kühe auf der Weide grasten. Und wir waren immer irgendwie dabei. Wir durften beim Traktorfahren dabei sein, haben zugesehen wie die Äpfel in der Presse verschwanden und der fertige Apfelsaft in Flaschen abgefüllt wurde. Das mag sich kitschig anhören, aber genau so erinnere ich mich an meine Kindheit dort. Ich habe diese Vertrautheit sehr genossen.

Als ich fünf Jahre alt war sind wir nach Trier gezogen. Keine Großstadt, aber im Vergleich zu einem 500-Seelen-Dörfchen doch ziemlich gewaltig. Von dort aus ging es später nach München, Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim. Kurze Zeit standen auch mal Frankfurt und Köln auf dem Plan, aber dann kam das Leben dazwischen 😉 Mein Herz habe ich ohnehin in Heidelberg verloren.

Mein Leben ohne Kinder

Ich genoss die Nähe zur Stadt, die Flexibilität und die ständige Verfügbarkeit von.. allem. Ich fühlte mich frei und Besuche in der Eifel brachten immer mehr etwas beklemmende Gefühle mit sich. Ich hätte mir absolut keinen Grund vorstellen können dorthin zurück zu kehren – abgesehen von meiner Familie, die ich sehr vermisse.

Und dann kamen.. Kinder

Kurz bevor Max geboren wurde, sind wir etwas aus der Stadt heraus in ein „Dorf“ gezogen. Wir haben Felder um die Ecke und gleichermaßen Einkaufsmöglichkeiten, Schwimmbäder und Seen. Mitten im Ballungsgebiet eben. Ich finde diese Nähe zu allem ganz toll. Irgendwie. Und ich spüre gleichzeitig, dass sie meiner Seele nicht sonderlich gut tut. Je älter ich werde, desto weniger gerne bin ich in der Stadt. Ich freue mich auf Stadtbesuche, freue mich aber auch sehr wieder raus zu kommen. Erst jetzt erkenne ich, dass mir der Trubel schon jahrelang zu viel ist, ich aber nie auf mich gehört habe.

Stadt, Land, Leben?

Und wo lebt es sich nun besser? Wo können wir persönlich unser Glück finden? Wir haben im letzten Jahr tatsächlich überlegt in die Eifel zurückzukehren. Denn mit Kindern mischen sich eben auch diesbezüglich die Karten neu. Es ist einfach wunderbar zu sehen, wie befreiend das Landleben für Kinder sein kann, besonders dann, wenn sie es nicht gewohnt sind. H1 hüpft dort fröhlich jauchzend durch die Straßen und blüht so wahnsinnig auf, dass es mich fast schon erschreckt. Nun müssen aber auch wir Erwachsenen an dem Ort leben, den wir uns aussuchen. Aus verschiedenen Gründen haben wir uns gegen das Leben in der Eifel entschieden.

Aber.. Wir werden dennoch aufs Land ziehen. Nur nicht ganz so weit weg von allem. Nur nicht ganz so regnerisch und kühl.

Ohne Kinder wäre ich sicher nicht so schnell auf die Idee gekommen zurück aufs Land zu ziehen. Aber ich freue mich sehr auf das, was uns auf dem Land erwartet. Besonders das entschleunigte Leben kann ich kaum abwarten. Meiner hochsensiblen Seele geht es auf dem Land einfach besser. Frische Luft, bekannte Gesichter, Konsumfreiheit, Raum und wenig Trubel erhöhen meine Lebensqualität sehr. Ich freue mich, dass meine Kinder bald etwas sorgenfreier draußen herumlaufen können und ich nicht ständig „HALT! AUTO!“ schreien (!) muss. Auch freue ich mich, dass der Kindergarten dort kleiner sein wird und meine Kinder mehr in der „echten“ Natur unterwegs sein können als bisher.

 

Wie seht ihr das? Lebt ihr auf dem Land oder in der Stadt? Erzählt mir doch mal davon 🙂 

3 Kommentare bei „Stadt, Land, Leben – Wo lebt es sich als Familie am besten?“

  1. Schön, dass du etwas dazu geschrieben hast. 🙂 Ich finde das total spannend von anderen zu lesen. Und gerade deine Erzählungen aus deiner Kindheit klingen wirklich schön und friedlich.
    Ich glaube auch, dass es irgendwie mit dem Alter zu tun hat. Das schnelle Stadtleben ist verlor für mich immer mehr an Attraktivität. Ein Ausflug dorthin ist super, aber ich kann die Dosis so wählen.

    Da geht es ja spannend bei euch weiter… 🙂

  2. Ich bin in einem Vorort aufgewachsen. Als Kund war das super, so ziemlich aus allen Gründen, die du genannt hast. Im Teenageralter war es ätzend, schlechte Verbindung, nachts gar keine… ich wollte unbedingt mit 18 in die Stadt. Doch irgendwie kam auch bei mir das Leben dazwischen. Ich lernte meinen jetzigen Mann kennen und zog sogar noch weiter aufs Land – zu ihm. Und ich bereue es kein bisschen. Die nächste „Stadt“ ist nicht mal 10 Minuten mit dem Auto entfernt und auch in unserem Dorf gibt es alles wichtige. Zudem wohnt seine ganze Familie hier (inzwischen auch meine^^) und ich genieße die Vorzüge. Hier war ein eigenes Haus realistisch, man hat seine Ruhe und im Sommer auf der Terasse kommt sofort Urlaubsfeeling auf 🙂
    Ob unsere (noch nicht vorhandenen) Kinder das auch so sehen werden? Als Teenager bestimmt nicht 😀 wobei auch das Leben auf dem Dorf in dem Alter wahnsinnig viele Vorteile hat, die man als Städter (ja, hier gelte ich als Städter^^) nicht kennt. Aber ich finde diesen Kompromiss super, denn wenn man Stadt will, ist man ja schnell da. Und kann zum Glück genauso schnell wieder weg 😀

    1. vonherzenundbunt sagt: Antworten

      So wohnen wir hier aktuell auch. Ganz nah an Städten dran. Das hat definitiv seine Vorzüge! Ich bin mir sicher eure Kinder werden das auch zu schätzen wissen 🙂 Unsere werden uns wohl mal fragen: „Was habt ihr euch dabei eigentlich gedacht!?“ 😀

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