Wenn sich das Familienbett nicht mehr gut anfühlt

Familienbett nicht gut

Vor längerer Zeit habe ich mal über das Familienbett gebloggt, das ich in hohen Tönen gelobt habe. Vielleicht erinnert ihr euch?
Tja, die Überschrift verrät es: Das Familienbett ist nicht mehr das, was es mal war. Nein. Es nervt mich.

Es gab da eine Zeit, in denen Max und Luise noch kleiner waren, was ich mir gerade kaum mehr vorstellen kann. Sie waren Säuglinge und wurden gestillt. Das Familienbett war für uns alle perfekt. Niemand musste alleine schlafen oder nachts stundenlang am Babybett sitzen und jeder hatte, was er brauchte – direkt neben sich.

Wer schläft wo?

Erst schliefen wir zu viert auf 180cm. Horror. Dann schliefen wir zu viert auf 180cm + Beistellbett. Immer noch Horror. Zwischendurch hatten wir dann auch mal strikt nach Geschlecht getrennte Lager. Luise und ich schliefen in einem Zimmer/Bett und mein Mann bei Max. Das ging eine ganze Weile so. Seit dem Sommer schlafe ich mit beiden Kindern in meinem Bett und mein Mann alleine.

Max und Luise schlafen erstaunlich gut nebeneinander ein, was das zu Bett bringen am Abend total erleichtert. Denn so kann ich beide gleichzeitig in den Schlaf begleiten ohne zwischen den Zimmern hin- und her rennen zu müssen. Auch die Nächte sind entspannter – besonders natürlich für meinen Mann 😉
Aber auch für mich sind die Nächte insgesamt ruhiger geworden, weil die beiden nicht nur mich sondern auch sich gegenseitig zum Kuscheln haben. Und weil nicht mitten in der Nacht ein Kind aus dem Nachbarzimmer plötzlich ganz unbedingt Mama braucht und ruft.

Ansichtssache

Man könnte also meinen unsere Schlafsituation ist super.

Wenn ich meine Kinder fragen würde, würden sich sicher auch begeistert „JA!“ rufen. Wenn hingegen jemand mich fragt, dann bin ich alles andere als zufrieden mit der Schlafsituation im Familienbett.

Max ist nun fünf und Luise zwei Jahre alt. Sie dürfen, wenn es nach mir geht, sehr gerne in einem gemeinsamen Bett schlafen. Dazu hatte ich irgendwann sogar mal eine 1,40m Matratze gekauft. Das wäre wohl auch die beste Lösung, denn Max hat nach wie vor große Angst alleine zu schlafen. Aber ich möchte bitte nicht mehr jede Nacht daneben liegen (müssen).

Familienbett nicht gut

Irgendwie ist die Familienbett-Zeit für mich dem Ende nah. Ich möchte abends wieder im Bett lesen oder Serie schauen. Ich möchte am Handy hängen ohne mich unter der Bettdecke „verstecken“ zu müssen, weil das Licht sonst stören würde. Es hat sich für mich immer gut angefühlt neben den Kindern zu schlafen, darüber habe ich schon mehrfach berichtet, zum Beispiel im Beitrag „Vom größten Glück“, in dem ich noch vor kurzem schrieb, wie toll ich das mit dem Familienbett finde.
Es war immer einfach so schön abends neben ihnen einzuschlafen, immer bei ihnen zu sein.

Und plötzlich ist das alles anders.

Ich fühle mich nicht direkt gestört, aber ich wünsche mir ein bisschen Platz für mich alleine. Vielleicht, weil es kein Zimmer gibt, das mir gehört. Und keinen Platz, der nur mir gehört. Überall liegt Spielzeug und ich arrangiere mich irgendwie. Und jetzt wäre es toll, wenn wenigstens mein Bett mir gehören würde. Wenigstens diese 90cm Matratze, von denen ich aktuell ungefähr 50cm zum Schlafen nutzen darf.

Nachtruhe adé?

Leider wacht Luise nachts immer noch mal auf und möchte etwas trinken. Läge ich also nicht direkt neben ihr im Bett, müsste die ganze Nacht das Babyphone an sein und ich müsste aus meinem Schlafzimmer ins Kinderzimmer stolpern. Und wenn sie dann noch etwas kuscheln will, schlafe ich vermutlich neben ihr ein. Und habe am Ende gar kein eigenes Bett mehr, weil ich mal hier und mal dort schlafe. Irgendwie alles keine so dolle Vorstellung.

Wenn ich aber zurückdenke, dann ist Max sicher erst mit vier Jahren nachts nicht mehr aufgewacht um etwas zu trinken. Also noch zwei Jahre Familienbett?!

Ich weiß, man hat immer und zu jeder Zeit die Wahl. Das erzähle ich selber ständig. Ich bin nur so ideenlos..

Aber sicher habe ich auch die Wahl. Ich könnte zum Beispiel alleine in meinem Bett schlafen und die Kinder ausquartieren, ich glaube ich möchte nur nicht mit der Konsequenz (nachts aufstehen) leben.

Vielleicht wäre es aber ein Versuch wert?

 

War vielleicht jemand in einer ähnlichen Situation? Habt ihr Ideen?

xo Jil

 

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Wenn sich das Familienbett nicht mehr gut anfühlt

5 Kommentare

  1. Hallo du Liebe, ja wie lustig ist das denn. Da hast du Recht. Zwei Mamis, zwei Themen, 180Grad Wendung, gegengesetzt 😉
    Einen Rat hab ich nicht wirklich. Probier es am Wochenende mal aus, wenn dein Mann dich morgens länger schlafen lassen kann, sollte die Nacht schlecht werden. (Ich gehe einfach mal davon aus, dass du einen Mann hast. Hoffentlich setz ich mich da jetzt nicht in die Nesseln) Vielleicht kann deine 2Jährige ja bereits ihre Trinkflasche selbst nehmen. Unser Bub ist auch 2 und hat eine im Bett. Manchmal klappt es, manchmal nicht. Alles Gute und vor allem: Gute Nacht. Die Massa

    1. vonherzenundbunt sagt: Antworten

      Ja das ist wirklich lustig! 🙂
      Das ist gut, das an meinem Wochenende mal auszuprobieren. Und ich werde mich wohl etwas in Geduld üben müssen, bis es dann tatsächlich auch ohne mich klappt mit dem Trinken nachts. Vielleicht an einem langen Wochenende 😀
      Danke dir für einen Input!

  2. Hm. Bei mir ist es ähnlich. Meine Tochter wollte mit zwei nachts noch ihre Flasche. Richtig abgewöhnt hat sie sich das mit schätzungsweise zweieinhalb? Weiß ich nicht mehr genau. Mittlerweile schläft sie durch. Aber neben mir. Ich schlafe auch gut so, aber mein Mann und Sohn schlafen woanders. Perfekt ist anders. Aber zumindest krieg ich meinen Schlaf. Lesen etc. kann ich auch im Bett, wenn sie mal schläft, dann schläft sie. Tipps hab ich leider keine für dich…

    1. vonherzenundbunt sagt: Antworten

      Danke Mara! Vielleicht versuche ich sie einfach daran zu gewöhnen sich die Trinkflasche selber zu nehmen. Dann könnte ich tatsächlich mal versuchen im eigenen Bett zu schlafen, mal schauen, ob es mir gelingt. Danke für deinen Input 🙂 LG Jil

  3. Heike sagt: Antworten

    Vielleicht ist ja der Umzug der richtige Moment. Das gemeinsame 140 cm Bett über den grünen Klee loben und natürlich anbieten , dass sie Nachts immer kommen können? In der Hoffnung , dass die Zwei dann zu faul zum Aufstehen und Wandern sind? Aber ich kenn das Problem ja. Auch bei uns ist bei der holzfällende ( weil schnarchende ) Papa ausquartiert. Ob und wie ich unsere 5 Jährige aus meinem Bett bekomme ist mir unklar, aber wie sagte mal jemand: es hat noch kein Kind bis 16 bei Mama geschlafen.;-) Wobei im Bett lesen schon seinen Reiz hat. Ich versteh dich udn bin auch nicht schlauer. Hoffentlich findest du eine Patentlösung.

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