Abends alleine mit zwei Kindern – Wie Kinder schlafen gehen

Einschlafbegleitung zwei Kinder

„Ja natürlich, geh ruhig zu diesem Afterwork-Event, Schatz!“
WAS?! Das habe ich nicht wirklich gesagt, oder?! Kaum habe ich den Satz ausgesprochen, bereue ich ihn schon. Ich abends alleine mit zwei Kindern?

Das bedeutet für mich nämlich: Zwei Kinder satt bekommen, zwei Kinder bettfertig machen, zwei Kinder zum Schlaf bewegen. Und dabei möglichst die Nerven bewahren, ohne Schnappatmung zu bekommen, denn das spüren die Kleinen ja ganz genau, wie wir alle wissen.

Einschlafbegleitung zwei Kinder

Ich erinnere mich gut, dass mir vor dem ersten Abend alleine mit zwei Kindern echt graute. Tagelang überlegte ich, wie ich die beiden zum Schlafen bewege, ohne, dass ein Kind das andere weckt. Die Bedürfnisse meiner Beiden sind so verschieden, dass ein gemeinsames „Ins Bett bringen“ eigentlich ausgeschlossen ist. H1 (4) braucht Einschlafbegleitung. H2 (10 Monate) braucht ebenfalls Einschlafbegleitung. Beide zusammen hinlegen kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Also muss ich wohl ein Kind nach dem anderen hinlegen. Aber welches zuerst? Und wohin mit dem anderen Kind währenddessen? Es war und ist mir schleierhaft, wie andere Eltern das handhaben. Absolut ratlos macht mich das. Warum spricht denn da niemand drüber?! Über jeden Pups quatscht man, aber darüber nicht. Mit zwei Kindern einkaufen, kein Ding. Mit zwei Kindern zum See, kein Ding. Aber mit zwei Kindern abends alleine??? Ein Megading!

Während meine Gedanken also immer um diesen einen, mir bevorstehenden Abend kreisten, überlegte ich mir eine Strategie. Um irgendwelche neuen Einschlafmethoden auszuprobieren (Hörspiel o.Ä.) erschien mir ein solcher Abend ungeeignet, weil meine Nerven eh schon blank lägen. Die Kids sollten also wie gewohnt einschlafen. H1 würde niemals und nie so lange still sein, bis H2 in den Schlaf gefunden hätte. Das gilt auch umgekehrt, allerdings schläft H1 mittlerweile recht zuverlässig schnell ein, es muss nur jemand da sein. Ich entschied mich dafür zuerst H1 ins Bett zu bringen, allerdings mit H2 im Tragetuch. Ich würde also nicht wie gewohnt neben ihm im Bett liegen und ihm noch etwas vorlesen, sondern mit H2 im Tragetuch durchs dunkle Zimmer wandern und hoffen, dass es dennoch klappt mit dem Einschlafen. So gesehen habe ich dann an der Einschlafmethode doch ein wenig geschraubt. An der Grundbedingung habe ich aber nichts geändert: Nämlich, dass er beim Einschlafen nicht alleine ist.

Tatsächlich schlief H1, nach anfänglicher Verwirrung, recht fix ein. H2 nörgelte etwas in ihrem Tragetuch. Darin möchte sie nämlich mittlerweile nicht mehr einschlafen – wer hätte das gedacht. Ich schaffte es aber sie irgendwie halbwegs ruhig zu halten bis H1 schlief. Anschließend bekam sie dann ihre Einschlafbegleitung und schlief dann irgendwann später auch.

Es gab nun schon ein paar Abende, an denen ich mit beiden alleine war. Oft habe ich die Einschlafbegleitung sowas von verflucht und mir sehnlichst gewünscht, dass meine Kinder alleine einschlafen. Das lag aber weniger an der Einschlafbegleitung als solches sondern eben daran, dass ich keine Ahnung hatte, wie ich beiden mit ihren Bedürfnissen gerecht werden sollte. Aber: Die Gedanken, die ich mir vorher immer mache, sind oft viel wilder, als der Abend dann tatsächlich seinen Lauf nimmt. Bisher hat es immer ohne dramatische Szenen funktioniert. Puh!

Was mir hilft:

  • Kinder nacheinander ins Bett bringen
  • Mir die Frage stellen: Was ist das Schlimmste, was passieren kann? (Worst case Szenario durchdenken. Das ist nämlich gar nicht so wild. In meinem Fall wäre es, dass H1 eben länger wach ist und am iPad hängt, sich irgendeine Petterson und Findus-Folge reinzieht und dann eben eine halbe Stunde später schläft als sonst.)
  • Fünf gerade sein lassen (Dann sind die Kinder eben etwas später im Bett, heute mal nicht gebadet oder oder)

Liebe Bella, ich freue mich, dass du diese Blogparade ins Leben gerufen hast. Ich bin total gespannt auf alle anderen Beiträge!

Wie stellt ihr das denn an, liebe Mehrfacheltern? Oder schlafen eure Kids einfach so ein? Erzählt mir doch mal 🙂

f8792-signature

2 Kommentare bei „Abends alleine mit zwei Kindern – Wie Kinder schlafen gehen“

  1. Hey. Dank Wheeleymum bin ich auf deinen Blog aufmerksam geworden und erstmal: großes Kompliment! Er gefällt mir wirklich gut und ich stöbere jetzt schon seit 2, 3 Tagen bei dir durch 🙂
    Ich habe zwar (noch) keine Kinder, lese aber trotzdem einfach gerne drüber. Man will ja „vorbereitet“ sein 😀
    Meine Mum hatte auch 2 Kinder und mein Paps war beruflich unter der Woche weg. Dementsprechend war er ein „Wochenendpapa“ und meinte Mama quasi Alleinerziehend. Meine Schwester und ich sind 6 Jahre auseinander, daher ist es vielleicht was anderes. Aber meine Mum war einfach immer recht entspannt und das war wohl irgendwie der Schlüssel. Ich durfte quasi „helfen“, dass meine Schwester einschläft (und wurde idealerweise selbst dabei müde). Später durfte ich meine geliebten Bibi Blocksberg Kassetten hören (da bin ich sogar freiwillig und alleine ins Bett^^). Als meine Schwester älter wurde, sind wir zusammen ohne Mama und Papa ins Bett und haben Kasaette gehört. Sicherlich hat das nicht immer top geklappt, aber dadurch, dass meine Mum nie ein großes Ding daraus gemacht hat, war es für uns einfach auch keins. Ich hoffe, ich werde als Mutter später auch so entspannt sein können.
    Aber ich glaube, wenn Kinder die „Angst“ der Eltern spüren, dann werden sie selbst nervös und an Schlafen ist nicht mehr zu denken. Also, versuchen ruhig zu bleiben! Das schont die eigenen Nerven 😉
    Deine Vorgehensweise klingt in der Sicht doch auch total gut 🙂

    1. vonherzenundbunt sagt: Antworten

      Hallo, ich danke dir für deinen Kommentar!
      Du hast recht, mit Lockerheit ist alles etwas einfacher und das spüren die Kinder. Ich habe auch gerne Bibi Blocksberg zum Einschlafen gehört und ich denke, das wird auch mein Sohn irgendwann mal tun – aktuell ist er aber noch nicht so weit.
      Mit dem Gedankenkreisen schwindet die Lockerheit, die mir helfen würde, leider dahin. Das ist ja – unabhängig vom Elternsein – öfter so, wenn man sich zu sehr auf etwas versteift. Ich hoffe, ich erinnere mich das nächste Mal an deine Worte und schaffe es, ein bisschen mehr Lockerheit an den Tag bzw. Abend zu legen 🙂
      Liebe Grüße und herzlich willkommen hier bei mir. Wenn du Fragen hast, schreib mir ruhig.

Schreibe einen Kommentar